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Herr Prof. Dr. Bernhard Rauch
Honorarprofessor für Planungs- und Baurecht
am Lehrstuhl für Bauökonomie und Computergestütztes Entwerfen

Rauch_IMG_4303_267pxAngesichts der ernormen wirtschaftlichen Bedeutung des Bauens ist es nicht verwunderlich, dass sich das Baurecht zu einer Spezialrechtsmaterie innerhalb unseres Rechtssystems entwickelt hat. Für Architekten und Ingenieure ist das Baurecht in der täglichen Praxis unverzichtbar. Umso mehr ist es wichtig, dass angehende Architekten und Ingenieure zumindest mit den Grundkenntnissen dieses Rechtsgebiets vertraut gemacht werden.

Seit 1990 lehre ich an der Fakultät Architektur Planungs– und Baurecht. Das zweisemestrige Hauptfach mit insgesamt 4 SWS besteht aus den Lehrveranstaltungen Planungs- und Baurecht I und wird jeweils im Wintersemester gelehrt und dem Planungs- und Baurecht II im Sommersemester.

Das Planungs- und Baurecht I befasst sich mit dem privaten Baurecht. Das private Baurecht regelt die zivilrechtlichen Rechtsverhältnisse zwischen den am Bau Beteiligten. Darunter fallen also die Rechtsverhältnisse zwischen dem Bauherrn und dem Architekten, dem Projektsteuerer, dem Fachplaner, dem Handwerker und der Unternehmer sowie den Planenden und Bauausführenden untereinander, also dem Generalplaner gegenüber seinen Subplanern, dem Bauträger, dem Baubetreuer, Generalübernehmer oder –unternehmer gegenüber seinen jeweiligen Vertragspartnern und Subunternehmern.

Eine spezielle Teilmaterie des privaten Baurechts ist das Architekten- und Ingenieurrecht. Ebenso wird gelehrt das Bauvertragsrecht, eine wesentliche Rolle spielt die VOB/B – ein Vertragssystem, das die Regelung des Bauablaufs zum Inhalt hat und wohl die bedeutendste Rolle auf dem privaten Baurechtssektor spielt.

Im Sommersemester wird das öffentliche Baurecht gelehrt. Dieses äußerst komplexe Rechtsgebiet befasst sich vornehmlich mit der Zulässigkeit der Errichtung, bestimmungsgemäßen Nutzung, wesentlichen Veränderung oder Beseitigung von baulichen Anlagen. Fragen des öffentlichen Baurechts spielen eine Rolle, wenn es darum geht, Projektentwicklungen zu betreiben – Grundstücke in rechtlicher Hinsicht baureif zu machen – öffentliches Baurecht spielt aber auch eine zentrale Rolle dafür, ob und mit welchen Gebäudlichkeiten hinsichtlich der Art und des Maßes der baulichen Nutzung sowie den überbaubaren Grundstücksflächen ein Grundstück bebaut werden darf. Im öffentlichen Baurecht müssen also insbesondere die Planer, die Architekten und Ingenieur sattelfest sein.

Ziel des zweisemestrigen Hauptfaches ist es den angehenden Architekten und Ingenieuren aus beiden Rechtsgebieten Grundkenntnisse zu vermitteln, ein Gespür dafür, wo Probleme liegen, damit auch bei schwierigen Aufgaben Experten mit beigezogen werden können.